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Astrophytum asterias (ZUCCARINI 1845) LEMAIRE

Beschreibung:
 
Der Artname "asterias" ist eigentlich ein wissenschaftlicher Irrtum. Die Pflanze ähnelt einem versteinerten Seeigel (echinus), aber keinem Seestern (asterias). Körper auffallend flach, 10 cm im Durchmesser, grün bis graugrün, Flocken über den Körper verstreut, oder auch in gebogenen Reihen um die Areolen; Rippen meist 8, seltener 7 oder 6; Areolen auf Rippenmitte angeordnet, rund, ziemlich dick; winzige Dornen nur an jungen Sämlingen, bald abfallend; Blüten 3 cm lang und bis 6,5 cm breit, gelb mit roter Mitte, sie entspringen den jüngsten Areolen; Früchte fleischig, graurot; Samen hutförmig, schwarzbraun.
 
Kultur:
 
Die Kultur von Astrophytum asterias ist nicht ohne Probleme. Das Substrat sollte hohe Lehmanteile beinhalten, aber trotzdem sehr gut durchlässig sein. Die wird durch beimischen von Bims, Kies oder Sand erreicht. Auf eine gute Erwärmung des Bodens ist ebenfalls zu achten, da sonst leicht Fäulnis auftritt. Pralle Sonne sollte zumindest in den Hochsommermonaten vermieden werden. Wassergaben gibt man sporatisch, wobei dazwischen auf eine gute Austrocknung des Substrates zu achten ist. A. asterias muß zu Recht als das schwierigste Astrophytum bezeichnet werden. Trotz der hohen Anzahl an Samen sind Nachzuchten nie in großer Menge anzutreffen. Die Keimung gelingt nahezu problemlos. Danach beginnt jedoch ein stetiges Absterben der Sämlinge . Mit heranwachsen der verbleibenden Pflänzchen, scheint dann nach etwa drei Jahren diese Krise überwunden zu sein. Trotzdem bleibt ein gewisses Risiko. Aus diesem Grund kann diese herrliche Art nur dem schon erfahrenen Gewächshauspfleger empfohlen werden.
 
Vorkommen:
 
Mexiko in den Staaten Tamaulipas und Nuevo Leon, in den USA im Staate Texas im Rio Grande Tal, auf etwa 200 m ü.d.M. Astrophytum asterias wächst unter Büschen von Akazien auf heißen und niedrigen Lomas (Wiesen) zwischen eingeschwemmten Schotter in molekular feinem Lehm. Es kommt an verschiedenen Fundorten nur vereinzelt vor und ist schwer zu entdecken, weil es als so niedrige Pflanze im Gestein kaum auffällt. Während der Trockenzeit schrumpft das A. asteias und wird oft von den abfallenden dürren Blättern der Akazien bedeckt. Beginnt die Regenzeit, füllen sich die Asteris überraschend schnell wieder auf und öffnen bald danach ihre Blüten. In dieser Zeit ist die gesamte Gegend durch den aufgeweichten Boden nahezu unzugänglich.
 
Besonderheiten:
 
Astrophytum asterias wurde 1843 von dem Naturforscher KARWINSKI erstmals nach Europa geschickt. Ein Exemplar kam nach München, andere nach Petersburg. Nirgens gelang eine Vermehrung dieser kostbaren Pflanze. Bald war sie verschollen und einige Jahre später hielt man eine runde Form des A .myriosticma für A. asterias. Erst 80 Jahre später glückte dem Sammler FRIC die Wiederentdeckung. Die ersten nach Europa gesandten Pflanzen erhielt der Kakteengärtner HAAGE. In Prag und Erfurt wurden die Importpflanzen akklimatisiert und durch Samen vermehrt. Das Astrophytum asterias wurde danach bald zur Traumpflanze aller Kakteenliebhaber.
 
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