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Euphorbia cap-saintemariensis Rauh

Synonyme: Euphorbia decaryi var. cap-saintemariensis (Rau) Cremers
 
Vorgestellt von Jean Pierre Waldner.

Beschreibung:
 
Zwerg-Euphporbie mit unregelmäßig-knolliger rübiger Pfahlwurzel oder Caudex, zahlreiche niederliegende bis aufrechte Triebe, dünn, stielrund, 5-7 mm Durchmesser, silbergraue Rinde, dornenlos, mit weichen Borsten auf beiden Seiten der Blattnarben. Blätter leicht sukkulent verdickt, 7 mm breit, bis 25 mm lang, dunkel- bis olivgrün, an der Mittelrippe entlang gefaltet, mit regelmäßig welligem Rand, in kleinen zierlichen Rosetten an den Triebenden angeordnet. Blütenstand langgestielt, gabelig, mit 2 aufrechten Cyathien (Scheinblüten), mit zwei blass braunrosa oder schmutzigweißen spitzauslaufenden, symmetrisch gegenüberstehenden Cyathophyllen (Scheinblätter). Wie bei vielen Arten dieser Gattung fallen rund um die Blüten die Nektardrüsen auf, die zum Anlocken der Bestäuber dienen.
 
Die Varietät tulearensis wird nur etwa 5cm hoch und ihr Erscheinungsbild ist viel graziler. Die Triebe sind mit paarigen kräftigen nadelähnlichen Borsten versehen, beiderseits der Blattnarben.
 
Nahe verwandt sind:
Euphorbia cylindrifolia (var.cylindrifolia und var.tuberifera); Euphorbia decaryi (var.decaryi und var. spirostycha); Euphorbia francoisii (var.francoisii und var.crassicaulis)
 
Vorsicht, hier wird geschossen!
 
Die frischen Samenkörner sind leicht oval, meist braunfarbig bis hell, von 1 bis 2 mm Durchmesser. Die Samenkapseln - mit jeweils ein bis drei Samenkörnern – platzen auf, sobald sie trocken sind, wie bei den meisten Euphorbien, was manchmal die Ernte zu einem spannenden „Mensch, ärger dich nicht!“-Spiel ausarten lässt. Also, wer den Samen einsammeln will, überzieht der Samenkapsel mit viel Gefühl und Geduld ein Körbchen oder ein Tütchen, bzw. ein Stückchen Schattierungsvlies oder Verbandsstoff, das oben mit etwas Watte zugestopft wird, was dann das Fortschleudern der Samenkörner verhindert.
 
Kultur:
 
Alle diese Arten lassen sich durch Stecklinge vermehren, ohne jedoch den Caudex neu zu bilden. Die Vermehrung durch Aussaat ist meist problemlos, sofern überhaupt Samen zu bekommen ist, bzw. das Einfangen gelungen ist (siehe oben). Glücklicherweise setzen die Pflanzen manchmal spontan Samenkapseln an, dann ist aber die Artreinheit nicht garantiert. Die Kultur selbst wie für viele Pflanzen aus Madagaskar, am besten halbschattig bis sonnig, nicht unter 15 Grad Celsius. Substrat je nach Topfmaterial, d.h.: In Plastiktöpfen am besten mit etwa 1/3 feinem Bims, 1/3 sonstigem gröberem mineralischem Material wie etwa Lava, und 1/3 Loess-Erde. Gegossen wird je nach Temperatur, meist gibt die Pflanze selbst das Durstzeichen! Die Triebe neigen sich nämlich bis zum Niederliegen, falls die Pflanzen trocken stehen.
 
Vorkommen:
 
Im Süden von Madagaskar bei Cap Sainte Marie, auf Kalkgestein, ungeschützt vor Wind und Sonne.
 
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