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2017-09-12 17:30

2. Halbjahresprogramm 2017 online

Das Programm für das 2. Halbjahresprogramm 2017 ist online. Sie können dieses als pdf-Dokument downloaden.

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Mammillaria cobrensis (Hils) Rogozinski & Plein

Beschreibung:
 
Wurzeln strangartig. Körper gedrücktkugelig bis kugelig, stets einzeln, 70 bis 100 mm, in Einzelfällen bis 150 mm im Durchmesser, 50 bis 70 mm hoch, mit weißem Milchsaft. Scheitel abgeflacht, eingesenkt, mit Dornen geschlossen. Warzen von fester Beschaffenheit, breitkonisch, an der Basis vierkantig. 8 bis 10 mm lang und ebenso breit, dunkelgrün. Randdornen 17 bis 20, 4 bis 10 mm lang, die oberen am kürzesten, feinnadelig, gerade, strahlenförmig angeordnet, weiß mit braunen Spitzen. Mitteldornen 2 bis 4, 14 bis 38 mm lang, derbnadelig bis nadelig, gerade, vorgestreckt. Der unterste immer am längsten und nach unten gerichtet, gelblichbraun über rötlichbraun bis schwärzlich gefärbt, die Spitzen dunkler, im Alter grau werdend. Axillen besonders in der Blühzone mit reichlich weißer Wolle und manchmal einigen warzenlangen, weißen Borsten. Areolen länglich, oval, 2,5 bis 3 mm lang, bis 2 mm breit, anfänglich mit weißer Wolle. Blüten erscheinen im Habitat schon im Januar, in Kultur zwei bis drei Monate später unterhalb des Scheitels in einem Kranz. Sie sind bauchig-trichterförmig, 20 bis 25 mm lang und breit. Die Blütenfarbe variiert über glänzend hellgelb bis glänzend dunkelkarmin. Fruchtknoten rund 5 mm dick, weißlich. Blütenröhre sehr kurz und dick, bauchig, grünlichgelb. Äußere Blütenblätter schuppenförmig, grünlichgelb mit braunen Spitzen. Innere Blütenblätter zweireihig, bis 24, 15 mm lang, 2 mm breit, lineallanzettlich mit stumpfer Spitze. Staubfäden zahlreich, 5 bis 7 mm lang, zusammengebogen, hellgelb, aus der Röhrenwand entspringend. Staubbeutel gelb. Narbenlappen 7, gelb, die Staubblätter überragend. Frucht keulenförmig, bis 20 mm lang, 7 mm dick, mit anhaftendem Blütenrest, glänzend dunkelkarminrot, in der Kultur im Juni erscheinend. Samen braun, rundlich, miesmuschel- bis tropfenförmig, zur Bauchseite und zum Bereich des Hilums hin kielförmig abgeplattet, 0,8 mm lang, 0,6 mm breit und 0,5 mm dick.
 
Kultur:
 
Die Kultur bereitet in einem humosen durchlässigen Substrat keine nennenswerte Schwierigkeiten. Eine sonnige luftige Aufstellung ist wünschenswert, der in den milden Jahreszeiten auch, von Dauerregen etwas geschützt, im Freien sein darf.
 
Vorkommen:
 
Mexiko, Chihuahua, Sierra Tarahumare, Barranca del Cobre zwischen El Divisadero und Areponapuchi in einer Höhe zwischen 800 und 2200 Metern über NN. Genaue Feldforschungen zeigten, dass die rotblühende Pflanzen vorwiegend bei El Divisadero siedeln, während bei Areponapuchi überwiegend gelbblühende Pflanzen zu finden sind. Die Art siedelt bis an die Ufer des Rio Urique auf 800 m Meereshöhe. Hier in tieferen Lagen sind auch Mischfarben von weislich über gelb bis rötlichen Blüten zu finden. Die Population am Rio Urique bildet merklich kürzere Rand-und Mitteldornen, sowie weniger Axillenwolle aus.
 
Bemerkungen:
 
Alfred LAU fand im Jahre 1977 in den Barranca del Cobre Mammillarien, denen er seine Feldnummern L1134 und L1135 gab und die er der M. lindsayi Craig zuordnete. Es liegt nahe, dass Lau die echte M. lindsayi Craig nicht kannte, so dass Jahre später Hils dieses Taxon als M. lindsayi var. cobrensis und die rotblühende Form als M. lindsayi var. rubriflora beschrieb. Linzen und Schumacher beschrieben 2007 eine M. sinforosensis und eine Unterart ssp. marionae aus den Barranca de Sinforoso. M. lindsayi var.cobrensis Hils wird von ihnen als Unterart zu M.sinforosensis gestellt. M.lindsayi v.rubriflora Hils wird zu einer Form der M.sinforosensis. Das ist aus taxonomischer Sicht nicht haltbar, da beide Taxen an unterschiedlichen Flußläufen liegen und durch gewaltige Gebirgsszüge 100 km Luftlinie voneinander getrennt sind.

Da mittlerweile auch der genaue Standort von M. lindsayi Craig wieder bekannt ist, wurde sinngemäß das oben beschriebene Taxon durch Rogozinski und Plein in eine selbständige Art umbenannt und heißt nun M.cobrensis.

Mammillaria cobrensis.jpg Mam cobrensis.jpg Mam cobrensis.jpg Mam-cobrensis.jpg Mam cobrensis.jpg Mam cobrensis.jpg Mam cobrensis MH4-93.jpg Mam cobrensis MH3-93.jpg Mam cobrensis.jpg Mam cobrensis.jpg Mam cobrensis MH9-90.jpg Mam cobrensis MH9-90.jpg Mam cobrensis MH9-90.jpg MH08-90 Standort.jpg MH08-90 Stadort.jpg MH15-92 Standort.jpg MH15-92 Standort.jpg MH15-92 Standort.jpg MH15-92 Standort.jpg MH15-92 Standort.jpg MH08-90 Standort.jpg Mam cobrensis Urique MH4-93.jpg Mam cobrensis MH3-93.jpg Mam cobrensis MH3-93.jpg Mam cobrensis MH3-93.jpg 026MH93-03 MH04-93 Stabdort  Urique.jpg MH16-92 Standort.jpg MH16-92 Standort.jpg MH16-92 Standort.jpg Standort mit Schneerest.jpg Barranca del Cobre.jpg Blick  in  eine Schlucht.jpg Der  Rio  Urique.jpg