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Cleistocactus samaipatanus

Cleistocactus samaipatanus (Cárdenas) D. R. Hunt

 

Von Ernst Koch
 
Cleistocactus samaipatanus hätte es verdient bei den Kakteenfreunden wieder mehr Aufmerksamkeit zu finden. Es ist nun 30 Jahre her, dass in der KuaS diese Art erwähnt wurde.   Cleistocactus samaipatanus wurde 1951 von Cárdenas als Bolivicereus samaipatanus beschrieben. 1960 von Kimnach zur Gattung Borzicactus gestellt und 1987 von D.R. Hunt zur Gattung Cleistocactus. Dies ist der jetzt gültige Name.   Nach E.F. Anderson sind auch die Arten Bolivicereus samaipatanus v. divi-miseratus Cárdenas (1951) identisch mit Borzicactus samaipatanus v. divi-miseratus Ritter (Cárdenas) Krainz (1962) sowie Bolivicereus brevicaulis F. Ritter (1980) und Bolivicereus rufus F. Ritter (1980) zu Cleistocactus samaipatanus gestellt.   Benannt ist die Pflanze nach Herkunft bzw. Fundort in Bolivien, Department Santa Cruz, bei Samaipata in 1890m Höhe. Cleistocactus samaipatanus verzweigt basal mit dünnen, säuli-gen, oliv-grünen 3-4 cm dicken Trieben mit gelblichen Dornen. Am Scheitel lohfarbener Filz (helles rot-braun), darunter hellbraunfilzig, später vergrauend, untere Areolen dunkelgrau bis schwarz. In der Natur wächst die Pflanze halb liegend und ergibt strauchige Pflanzen mit der Tendenz fast liegend zu wachsen. Körper ist gruppenbildend, 14-16 Rippen, Areolen bräunlich, dünne Dornen ca. 13-22, ungleich lang und grauweiß, grau, strohgelb bis bräunlich, unterschiedlich lang und sind nicht deutlich unterschieden zwischen Rand- und Mitteldornen. Die Länge beträgt von 4 mm bis 1 cm und sogar 3 cm, alle fein und spreizend, verflochten. Die Blüten sind blutrot, Staubfäden purpurn, die aus einer mit Haaren besetzten Röhre hervorstrecken. Die länglichen Antheren sind dicht gebündelt. Die Narbe schaut kaum hervor. Die Blüten erscheinen am oberen Drittel des Triebes. Eine beindruckende zygomorphe Blüte, die immer wieder den Blick des Pflegers auf sich lenkt. Was bedeutet zygomorph? Dieser Begriff wurde von Alexander Braun eingeführt (1805-1877, Deutscher Botaniker). In der Botanik bezeichnet man solche Blüten, wenn diese in der Mitte auseinander geschnitten werden und dann aus spiegelgleichen Hälften bestehen. Andere Begriffe hierfür sind auch monosymetrisch und dorsiventral. Zygomorphe Blüten sind an bestimmte Bestäuber angepasst, z. B. durch Vögel. Diese Blüten bezeichnet man auch als Vogelblumen. Kolibris sind auch die Bestäuber von Cleistocacteen. Das intensive rot der Blüten lockt die Kolibris an. Allgemein sind es die Vögel und Tagfalter, die Vogelblumen bestäuben. Mit Vorliebe werden Pflanzen besucht, die rot blühen. Warum bestäuben gerade Kolibris solche Pflanzen? Man weiß es nicht, möglicherweise waren es mal Fruchtfresser, die auch mal Blüten kosteten oder sich den Flüssigkeitsbedarf deckten. Vielleicht auch, weil Insekten in den Blüten zu finden waren und so im Laufe der Evolution zu dem wurden was sie heute sind. Die Blüte von Cleistocactus samaipatanus hat nun nicht das typische  Aussehen einer zygomorphen Blüte, aber die bekannte tiefe Röhre zum Nektar ist vorhanden. Wegen der schiefsaumigen, s-förmigen Blüte könnte man sie als Rachenblume bezeichnen, die auch ein Vogelblumentypus ist.   Meine Pflanze habe ich bereits vor über 35 Jahre in der Kakteenzentrale Wessner erworben. Seit dem habe ich sie durch Ableger vermehrt, verjüngt und an anderen Kakteenfreunden weitergegeben.   Die Bewurzelung ist kein Problem. Es lässt sich recht leicht aus Ablegern innerhalb kurzer Zeit neue Pflanzen ziehen. In der Kultur versucht die Pflanze wie in der Natur seine Triebe nach unten zu neigen. Dies ist natürlich auch die Möglichkeit einen Cereus als  Hängepflanze zu halten. Den aufrechten Wuchs wird sofort unterbunden, sobald die Pflanze basal verzweigt, dann ist es vorbei mit aufrechten Trieben. Der Aufenthalt im Sommer im Freien bei eher halbschattiger Lage bekommt Cleistocactus samaipatanus recht gut. Kräftige Ernährung, reichlich Wasser während der Wachstumsphase und eine kühle Überwinterung garantieren den Erfolg. Die Erde darf, muss aber nicht, mineralisch sein. Bei mineralischer Erde sollte allerdings regelmäßig gedüngt werden. Wenn nicht regelmäßig gegossen wird, trocknen die Spitzen gerne etwas ein und ein Befall von Spinnmilben ist meist die Folge dieser Schwäche.
Literatur: Curt Backeberg, Die Cactaceae Walther Haage, Kakteen von A bis Z Edward F. Anderson, Das Kakteen-Lexikon Backeberg, Das Kakteen Lexikon Wikipedia, Wiki Projekt Kakteen / Erstbeschreibungen und Umkombinationen Strasburger, Lehrbuch der Botanik Wikipedia, Cleistocactus samaipatanus

 

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