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Schlumbergera Charles LEMAIRE 1858

Beschreibung:
 
Epiphytische Kakteen, z.B. die Pflanzen der Gattungen Aporocactus, Hatiora, Schlumbergera, Rhipsalis und Phyllocactus, gehören in der Systematik der Kakteen zur Unterfamilie Cactoideae. Das sind Kakteen ohne Blätter aber mit blattähnlichen Mammillen.
 
Ihr Wuchs ist epiphytisch, kleinbuschig, hängend. Die Triebe sind kurzgliederig, abgerundet oder gezähnt. Blüten werden aus dem Triebende gebildet. Sie entstehen einzeln oder zu mehreren und sind in ihrer Form zygomorph (schiefsaumig). Die Röhre ist gebogen, mehrstufig mit Blütenblättern besetzt. Durch Hybridisation wurden viele Blütenfarben erzielt.
 
Kultur:
 
"Weihnachtskakteen" sind in ihrer Wildform Aufsitzer auf Urwaldbäumen. Deshalb weicht die Pflege von der herkömmlichen Kakteenbehandlung ab. Im Herbst blühend erworbene Weihnachtskakteen stellen wir hell und nicht zu warm (10-12 Grad Celsius), also am besten auf die Fensterbank eines Nordfensters. Nach der Blüte brauchen die Pflanzen ca. 6 Wochen Ruhe. Sie sollen dabei kühl und trocken stehen. Wenn Mitte März der Neutrieb beginnt, kann man die im Herbst erworbenen Pflanzen umtopfen. Bei der Wahl des Pflanzsubstrates ist zu beachten - Epiphyten verwerten in der Natur den organischen, sauer reagierenden Mulm in den Astgabeln der Bäume. Das Substrat soll deshalb möglichst kalkfrei, vor allem locker und humusreich sein. Ein Substrat aus "normaler" Blumenerde mit Zusatz von 1/3 Torf, etwas grobkörnigen Sand und eines Dauerdüngers, z.B. ein aus Tierhorn hergestelltes Granulat, hat sich bewährt. Es sollte jedoch die Eigenschaft haben, längere Zeit das Wasser zu halten. Es ist darauf zu achten, daß es nicht vollkommen austrocknet. Auch bei diesen recht unempfindlichen Pflanzen ist ein Zuviel an Wasser schädlich. Insbesondere die Wurzeln können bei Staunässe leicht abfaulen. Umgetopft wird in der Regel alle 3-5 Jahre.
 
Eingewöhnte Pflanzen können das ganze Jahr im Zimmerfenster (Nordwest - Ost) kultiviert werden. Wer jedoch die Möglichkeit hat, den Pflanzen im Sommer einen halbschattigen Platz auf dem Balkon oder im Garten zu geben, der sollte dieses auch tun. Die Pflanzen lohnen es mit besserem Wachstum und einer reichlichen Blütenpracht. Die Pflanzen können in der Regel bis zum Beginn der 2. Oktoberhälfte draußen bleiben. Da sie abgehärtet sind, vertragen solche gepflegte Pflanzen schon einmal kurzfristig Nachttemperaturen um 5 Grad Celsius. Mit der Zeit entwickelt man das gewisse Gefühl, wann die Pflanzen wieder in die Wohnung zu nehmen sind. Als Faustregel gilt, an windgeschützen Standorten, mit Herbstsonne am Tage, können die Pflanzen länger im Freien kultiviert werden als an vollschattigen Standorten.
 
Im zeitigen Frühjahr und im Sommer gewährt man Schlumbergera-Hybriden Schutz vor der Prallsonne, auch gesprüht oder genebelt wird öfters, als es bei anderen Kakteen üblich ist. Wenn kein Dauerdünger dem Substrat zugesetzt wurde, wird wiederholt (alle 14 Tage) mit Volldüngerlösung gegossen. Ab Ende August bekommen die kühl und luftig stehenden Pflanzen wieder weniger Wasser, damit die jungen Glieder ausreifen und Knospen ansetzen. Sobald sich diese ausbilden wird wieder reichlicher gegossen und für eine Temperatur zwischen 12 und 20 Grad Celsius gesorgt. Sonst kann es möglich sein, dass die Entwicklung der Blüten unterbleibt oder die Blütenfarbe nicht kräftig ausgebildet wird. Das häufig auftretende Abwerfen der Knospen wird meist einem Standortwechsel zugeschrieben. Es kann nach Literaturangaben auch eine Folge von Kali- oder Phosphormangel sein.
 
Vorkommen:
 
Brasilien: Orgelgebirge im Staate Rio de Janeiro
 
Zum Beispiel: Schlumbergera orssichiana BARTHLOTT & Mc MILLAN
Serra del Mar, einem zur Küste parallel verlaufenden Gebirgszug zwischen Rio de Janeiro und Sao Paulo, in ca. 1000m Höhe, nahe der Stadt Parati
 

Vermehrung:
 
Durch vegetative Vermehrung sind in kurzer Zeit wieder blühfähige Pflanzen zu erhalten. Dazu werden einige mehrtriebige, nicht verholzte Glieder an der Austriebsareole abgeschnitten. Diese Stecklinge legt man etwa eine Woche zum Abtrocknen beiseite. Anschließend werden sie zur Bewurzelung direkt in den vorgesehen Topf eingepflanzt. Zum erzielen von gespannter Luft kommt über die Pflanze und über den Topf eine lichtdurchlässige Kunststofftüte. Bei Temperaturen von 20-23 Grad Celsius bilden sich in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen die ersten feinen Faserwurzeln aus. Die Kunststofftüte wird danach entfernt und die so neu gewonnene Pflanze kann normal weitergepflegt werden.

Besonderheiten:
 
Der Gliederkaktus oder Weihnachtskaktus wurde früher zur Gattung Zygocactus K. SCH. gestellt. Heute gehören sie zur Gattung Schlumbergera.
 
Opuntioides Orchisiana Orchisiana1 Schlum Schlum1 Schlum2 Schlum3 Schlum4 Schlum5 Schlum6 Schlum7 Schlum8 Schlum9 Schlum10 Schlum11 Schlum12 Schlum13 Schlum14 Schlum15